Der magnetische Verschluss ist das erste, was ein Kunde von einer
Verpackung spürt. Er entscheidet über den Eindruck, bevor der Inhalt sichtbar wird. Dieser
Leitfaden zeigt, welcher Magnet zu welcher Schachtel passt, wie stark er sein muss und worauf
es bei der Verarbeitung in der Serie ankommt.
Alle Fotos auf dieser Seite stammen von einer einzigen Verpackung –
der Klappschachtel eines dreiteiligen Messersets. Sie zeigt eine Serienlösung, wie sie
tausendfach produziert wird: ein Neodym-Quader von 5 × 5 × 1 mm in einem runden Blechschälchen im Boden, gegenüber im Deckel ein passives Stahlblech.
An diesem Beispiel lassen sich alle Entscheidungen nachvollziehen, die Sie für Ihre eigene
Verpackung treffen müssen: Bauform, Stärke, Einbau, Kosten.
Die Stärke richtet sich nach dem Material
Der häufigste Fehler ist der zu starke Magnet. Eine Klappschachtel aus 2 mm Graupappe mit
einem 5-Millimeter-Magneten reißt beim Öffnen an der Klebekante ein – nach zwanzig
Öffnungen ist der Deckel lose.
Faustregel: Die Magnethöhe sollte höchstens 70 Prozent der
Materialstärke betragen, damit der Magnet vollständig eingelassen werden kann und
nicht aufträgt.
| Verpackung | Magnethöhe | Haftkraft je Paar | Beispielgröße |
|---|---|---|---|
| Dünne Klappschachtel, Karton | 1 mm | ca. 0,5 kg | Ø 10 × 1 mm |
| Standard-Geschenkbox, Graupappe | 1 – 1,5 mm | ca. 0,9 kg | Ø 13 × 1 mm |
| Kosmetikbox, Spiegelklappe | 1,5 – 2 mm | ca. 1,3 kg | Ø 15 × 2 mm |
| Schmuckschatulle Holz | 2 – 3 mm | ca. 2 kg | Ø 12 × 2 mm |
| Weinkiste, schwere Holzbox | 3 – 5 mm | ca. 4 kg | Ø 15 × 3 mm |
| Werkzeugkoffer, Metallkante | 4 – 5 mm | ab 5 kg | Ø 20 × 4 mm |
Die Werte gelten für zwei Magnete gegeneinander. Wenn
Sie stattdessen einen Magneten gegen ein Stahlplättchen arbeiten lassen, halbiert sich die
Kraft etwa – dafür ist es die günstigere Lösung.
Haftkraft berechnen →
Wie oft wird die Box geöffnet?
Im Beispiel: Die Messerset-Schachtel wird selten geöffnet – einmal beim Auspacken, danach dient sie als Aufbewahrung. Deshalb reicht ein Magnet von 1 mm Höhe, der im Deckel kaum aufträgt.
Häufig geöffnet – Kosmetikdosen, Etuis, Alltagsverpackungen: eher
dünnere Magnete von 1 bis 1,5 mm. Der Widerstand beim Öffnen bleibt angenehm, die Klebekante
wird geschont.
Selten geöffnet – Geschenkboxen, Präsentverpackungen, Versandkartons:
hier darf es kräftiger sein. Der Deckel soll auch beim Transport geschlossen bleiben.
Einbau: kleben, einlassen oder Gegenstück?
Einlassen. Die saubere Lösung bei Holz und dicker Pappe. Tasche fräsen oder
stanzen, Magnet bündig einsetzen, mit Zweikomponenten-Epoxid fixieren. Der Magnet bleibt
unsichtbar.
Wie klein solche Magnete sein können, zeigt das Beispiel oben: Ein Quader von 5 × 5 × 1 mm in einem Blechschälchen hält den Deckel einer Messersetverpackung sicher zu. Die Blechschälchen wirkt als Rückschluss und erhöht die Haftkraft gegenüber dem blanken Magneten deutlich.
Zwischen die Kaschierung legen. Bei kaschierten Klappschachteln wird der
Magnet zwischen Graupappe und Bezugspapier eingelegt. Deshalb sind flache Bauformen ab 1 mm so
gefragt – sie zeichnen sich unter dem Papier nicht ab.
Kleben. Für Nachrüstung und Kleinserien.
Selbstklebende Magnete
mit 3M-Klebefolie sparen den Arbeitsschritt. Untergrund vorher entfetten, sonst hält die Folie
auf beschichtetem Karton nicht dauerhaft.
Nicht einpressen. Neodym ist gesintert und spröde wie
Keramik. In eine zu enge Bohrung gepresst reißt das Material. Tasche mit leichtem Spiel
vorsehen und kleben.
Polung: der Fehler, der erst in der Serie auffällt
Im Beispiel: Der Hersteller hat sich für Magnet gegen Stahlblech entschieden. Damit kann bei der Montage nichts falsch herum eingelegt werden – ein Blech hat keine Polung.
Zwei Magnete ziehen sich nur an, wenn ungleiche Pole aufeinandertreffen. Werden Deckel und
Boden mit gleicher Ausrichtung bestückt, stoßen sie sich ab – die Schachtel springt auf.
In der Serienfertigung passiert das schneller, als man denkt: Die Magnete liegen im Beutel
gestapelt, alle gleich orientiert. Wer sie so verbaut, hat bei jeder zweiten Box das Problem.
Zwei Lösungen aus der Praxis: Entweder Sie markieren einen Pol farbig, oder
Sie arbeiten mit Magnet gegen Stahlplättchen. Letzteres kennt keine
Polungsfehler, spart Kosten und ist bei leichten Deckeln völlig ausreichend.
Welche Bauform für welchen Zweck
Im Beispiel: Der Quader sitzt in einem Blechschälchen. Es wirkt als magnetischer Rückschluss, lenkt das Feld nach vorn und liefert mit sehr wenig Magnetmaterial die nötige Schließkraft.
| Form | Magnetisierung | Typische Anwendung |
|---|---|---|
| Scheibe rund | axial, durch die Höhe | Deckel auf Boden – die Standardlösung |
| Quader flach | axial, durch die Höhe | Lange Kontaktkante, Werkzeugkoffer, Mappen |
| Ring | axial oder diametral | Verschraubte Verschlüsse, Drehmechanik |
| Sonderform | nach Kontaktfläche | Herzform, Sternform für Anlässe |
Für Verpackungen sind fast immer axial magnetisierte Magnete richtig: Die
Pole liegen auf den beiden großen Flächen, die Kraft wirkt genau dorthin, wo Deckel und Boden
aufeinandertreffen.
Beschichtung: was in der Verpackung zählt
Vernickelt ist die Standardausführung – silberglänzend, für alle
trockenen Anwendungen. Deckt 90 Prozent der Verpackungsanwendungen ab.
Vergoldet
lohnt sich, wenn der Magnet sichtbar bleibt – in Schmucketuis, offenen Präsentationen
oder hochwertigen Displays.
Epoxidharz
schwarz beschichtet, unauffällig und feuchtigkeitsbeständig. Für Teedosen, Kosmetik und alles,
was im Bad steht.
Kalkulation für die Serie
Im Beispiel: Drei Teile je Schachtel – Magnet, Blechschälchen und Stahlblech. Bei 5.000 Stück Auflage liegt das deutlich unter der Variante mit zwei Magneten.
Bei Verpackungen entscheidet der Stückpreis. Ein Rechenbeispiel für eine Auflage von
5.000 Schachteln mit je zwei Magneten:
| Variante | Magnete je Box | Kosten je Box | Gesamt 5.000 Stück |
|---|---|---|---|
| 2 × Ø 10 × 1 mm | 2 | ca. 0,06 € | ca. 300 € |
| 2 × Ø 13 × 1 mm | 2 | ca. 0,14 € | ca. 700 € |
| 1 Magnet + Stahlplättchen | 1 | ca. 0,04 € | ca. 200 € |
Preise bei Abnahme ab 500 Stück, Stand aktuell. Für Auflagen über
10.000 Stück und für Sondermaße erstellen wir ein individuelles Angebot – in der Regel
innerhalb von 24 Stunden.
Woran Sie Qualität erkennen
Maßhaltigkeit. Bei automatischer Bestückung entscheidet die Toleranz. Unsere
Magnete liegen bei ± 0,1 mm – wichtig, wenn der Magnet in eine gestanzte Tasche fallen
soll, ohne zu klemmen.
Gleichmäßige Haftkraft. Schwankungen innerhalb einer Charge führen dazu,
dass ein Teil der Auflage zu schwach schließt. Fragen Sie beim Lieferanten nach der
Chargenprüfung.
Beschichtung ohne Fehlstellen. Abplatzer an der Kante führen zu Korrosion,
und Rostflecken auf hellem Bezugspapier sind ein Reklamationsfall.
Verpackung und Lieferfähigkeit. Bei Serienfertigung zählt der Termin. Wir
halten die gängigen Verpackungsgrößen in Deutschland auf Lager – kein Warten auf
Seefracht.
Passende Magnete für Verpackungen
Sicherheit und Kennzeichnung
Neodym-Magnete gehören nicht in Verpackungen für Kinder unter 14 Jahren. Verschluckte
Magnete können sich im Darm gegenseitig anziehen und lebensgefährliche Verletzungen
verursachen. Bei Spielzeugverpackungen ist sicherzustellen, dass die Magnete fest verbaut sind
und sich nicht lösen können.
Alle unsere Magnete sind RoHS- und REACH-konform; Konformitätsdokumente stellen wir
Industriekunden auf Anfrage bereit.
Sie planen eine Serie?
Für Auflagen ab 1.000 Stück, Sondermaße oder wiederkehrende Abnahmen erstellen wir ein
Angebot mit Staffelpreisen. Nennen Sie uns Material und Stärke Ihrer Schachtel, die gewünschte
Schließkraft und die Jahresmenge – wir schlagen die passende Größe vor.
Kauf auf Rechnung für Gewerbekunden, kein Mindestbestellwert, Versand am selben Werktag bei
Bestellung bis 14 Uhr.
