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Gummierter Neodym-Magnet 22 mm, bündig eingemörtelt in einen Ablegersockel aus Korallenmörtel – Halterung für Korallenableger im Meerwasseraquarium

Magnete im Aquarium: was hält, was schadet, was Sie prüfen müssen

Magnete im Aquarium sind praktisch: Korallenableger, Strömungspumpen und
Sensoren lassen sich ohne Bohren befestigen und jederzeit umsetzen. Sie sind aber auch das
Bauteil, das im Becken am häufigsten unbemerkt versagt – mit Folgen für den Besatz.
Dieser Ratgeber fasst zusammen, was in den Meerwasserforen an Erfahrung zusammengetragen
wurde, und was daraus für die Praxis folgt.

Das Grundproblem: Neodym und Salzwasser vertragen sich nicht

Neodym-Eisen-Bor ist ein gesinterter Werkstoff mit hohem Eisenanteil. Ohne Schutzschicht
korrodiert er in feuchter Luft binnen Tagen, in Salzwasser innerhalb von Stunden. Deshalb
trägt jeder Neodym-Magnet eine Beschichtung – in der Regel Nickel-Kupfer-Nickel.

Und genau dort liegt die eigentliche Gefahr für Ihr Becken. Unter der
äußeren Nickelschicht sitzt eine Kupferschicht. Kupfer ist für Wirbellose,
Korallen und Garnelen hochgiftig – in Konzentrationen, die weit unter dem liegen, was
ein korrodierender Magnet freisetzt. Ein blanker oder beschädigter Neodym-Magnet ist damit
nicht nur ein mechanisches, sondern ein toxikologisches Problem.

Warum „wasserdicht“ nicht ausreicht

Die entscheidende Erkenntnis stammt von einem Betreiber von Forschungsmeerwasseranlagen,
der das Thema seit den Neunzigern verfolgt: Eine Beschichtung muss gasdicht sein, nicht
nur wasserdicht.

Durch Kunststoffe wie Polyethylen oder Polypropylen diffundieren Gasmoleküle – im
Meerwasser unter anderem Brom. Diese reagieren mit dem Eisenanteil des Magneten. Das Metall
oxidiert, quillt auf und sprengt die Ummantelung von innen. Der Vorgang läuft über Jahre und
bleibt lange unsichtbar.

Dokumentiert ist dieser Fall an einer magnetisch gekoppelten Pumpe: Nach zwei Jahren waren
die mit Polypropylen ummantelten Magnete zerstört. Erst der Wechsel auf PVDF brachte Ruhe.

Was das in der Praxis bedeutet – zwei Fälle aus dem Meerwasserforum

Fall 1: Die Lederkoralle. Eine Sarcophyton wuchs fünf bis sieben Jahre an
einem Magneten in lebhafter Strömung an der Seitenscheibe. Dann zog sie sich zunehmend ein
und begann zu schrumpfen. Beim Entfernen zeigte sich die Ursache: Der Magnet war auf der
Kontaktfläche metallisch blank, die Kupferkaschierung unter der abgetragenen Nickelschicht
noch erkennbar. Rund um die Kontaktfläche war das Korallengewebe zersetzt und grün
verfärbt.

Fall 2: Molybdän im Wasser. Ein Aquarianer stellte in seinem 1.600-Liter-Becken
erhöhte Molybdänwerte fest. Ursache war ein defekter Markenmagnet. Seine Konsequenz: nur noch
drei Magnete im Becken, alle regelmäßig kontrolliert.

Beide Fälle betreffen Magnete namhafter Hersteller, keine Billigware.
Das Problem ist nicht die Qualität der Beschichtung, sondern ihre physikalische Grenze.

Beschichtungen im Vergleich

Beschichtung Dicke typ. Gasdicht Bewertung für den Beckeneinsatz
Vernickelt (Ni-Cu-Ni) 0,015–0,02 mm nein Ungeeignet. Kupferschicht direkt darunter. Nicht ins Wasser.
PTFE / Teflon 0,02–0,025 mm ja Material gut, Schicht aber dünner als Schreibpapier. In dieser Stärke unbrauchbar.
Epoxidharz (Werksbeschichtung) 0,02–0,05 mm bedingt Besser als Nickel, für Dauereinsatz unter Wasser zu dünn.
Kunststoffgehäuse (PP, PE) 1–3 mm nein Mechanisch robust, aber gasdurchlässig. Bekannter Versagensfall nach 2 Jahren.
Gummi / TPE (Pantoprene) 0,8 mm nein Massiv dicker als alle Werksbeschichtungen, salzwasserbeständig, kratzfrei. Für sichtbare, kontrollierbare Positionen geeignet.
PVDF > 0,5 mm ja Technisch die beste Lösung. Kaum als Fertigprodukt verfügbar.
2K-Epoxid-Verguss (selbst) 2–5 mm bedingt Bewährte Praxislösung, wenn sauber verarbeitet. Siehe unten.

Zur Einordnung: Die im Handel angebotenen PTFE-beschichteten Magnete haben eine
Schichtdicke von 20 bis 25 Mikrometern. Ein Blatt Schreibpapier ist etwa fünfmal dicker.
Eine Gummierung mit 0,8 mm ist rund 32-mal stärker – sie ist nicht
gasdicht, aber der Weg, den Feuchtigkeit zurücklegen muss, ist ungleich länger.

Passende Magnete für den Beckeneinsatz
Pantoprene-Ummantelung 0,8 mm · salzwasserbeständig · kratzfrei auf Glas · RoHS und REACH
Gummierter Magnet 22×11,4 mm – wasserdicht, hält ca. 6,4 kg
Standardgröße für Korallenableger und Pumpen
Gummierter Magnet 22×11,4 mm – wasserdicht, hält ca. 6,4 kg
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Die goldene Regel: sichtbar montieren, regelmäßig prüfen

Alle erfahrenen Anwender kommen zum selben Schluss: Kein Magnet gehört an eine
Stelle, die man nicht einsehen kann.
Ein Magnet hinter der Rückwand oder unter dem
Bodengrund wird erst entdeckt, wenn der Schaden da ist.

Ein praktischer Tipp aus dem Forum: helle Ummantelungen wählen. Auf
weißem oder hellem Kunststoff sind Risse, Aufwölbungen und Verfärbungen deutlich früher zu
erkennen als auf schwarzem.

Woran Sie einen sterbenden Magneten erkennen

  • Aufwölbung – die Ummantelung beult sich aus, „dicke Backen“.
    Das Metall darunter quillt bereits.
  • Risse an der Gussnaht – der häufigste Startpunkt.
  • Rostfahnen oder braune Schlieren an der Kontaktstelle.
  • Grünliche Verfärbung – Kupfer tritt aus. Sofort entfernen.
  • Nachlassende Haftkraft ohne erkennbaren Grund.

Bei jedem dieser Anzeichen den Magneten sofort aus dem
Becken nehmen – nicht bei Gelegenheit. Ein durchgebrochener Neodym-Magnet setzt Eisen,
Nickel und Kupfer frei, und Kupfer bekommen Sie aus einem Riffbecken nur schwer wieder
heraus.

Magnete richtig vergießen

Wer auf Nummer sicher gehen will, bettet den Magneten zusätzlich in Zweikomponenten-Epoxid
ein. Das ist die Methode, mit der auch Korallenzüchter arbeiten. Vier Punkte entscheiden
über Erfolg oder Misserfolg:

1. Trennmittel entfernen. Auf gummierten Magneten sitzt ab Werk ein
Trennmittelfilm aus der Vulkanisierform, meist auf Silikonbasis. Ohne Entfernen haftet weder
Harz noch Mörtel dauerhaft. Mit Testbenzin oder Isopropanol abreiben, gut trocknen lassen.
Kein Ottokraftstoff.

2. Mischungsverhältnis exakt einhalten. Bei flüssigem Harz nach Gewicht
abwiegen, nicht schätzen. Stimmt das Verhältnis nicht, vernetzt die überschüssige Komponente
nicht aus und diffundiert über Monate ins Wasser.

3. Magnet minimal überstehen lassen. Die Einbettung darf nicht mit auf
dem Glas aufliegen. Sonst steht der Magnet dauerhaft unter Zugspannung und löst sich.

4. Vollständig aushärten lassen. Mindestens 24 Stunden, besser 48, bevor
das Teil ins Becken kommt.

Auch ein Verguss ist keine Garantie. Ein dokumentierter Fall zeigt einen
werkseitig in 2K-Harz vergossenen Markenmagneten, der den Mantel nach Jahren durchbrach.
Die Kontrolle bleibt Pflicht.

Haftkraft durch die Scheibe berechnen

Die auf Produktseiten angegebene Haftkraft gilt für direkten Kontakt mit dickem Stahl.
Im Aquarium arbeiten zwei Magnete gegeneinander, getrennt durch die Glasscheibe. Die Kraft
fällt mit dem Abstand stark ab.

Glasstärke Kraft je Magnetpaar Ø 22 × 11,4 mm Verschiebekraft
6 mm ca. 2,0 kg ca. 400 g
8 mm ca. 1,5 kg ca. 300 g
10 mm ca. 1,1 kg ca. 220 g
12 mm ca. 0,9 kg ca. 180 g
15 mm ca. 0,6 kg ca. 120 g

Maßgeblich ist die Verschiebekraft, nicht die Haltekraft. Eine Halterung
fällt selten nach vorn von der Scheibe – sie rutscht nach unten weg. Die Verschiebekraft
beträgt nur etwa ein Fünftel der Haltekraft. Bei einer 12-mm-Scheibe bleiben von 6,4 kg
Nennhaftkraft rund 180 Gramm übrig, die das Abrutschen verhindern.

Für schwerere Aufbauten – Pumpen, große Ableger, Frag Racks – deshalb mehrere
Magnetpaare einplanen. Haftkraft für Ihre
Konfiguration berechnen →

Ein weiterer Effekt spricht für gummierte Magnete: Die griffige
Oberfläche erhöht die Verschiebekraft deutlich gegenüber glattem Nickel. Genau die Kraft,
auf die es ankommt.

Anwendungen im Becken

Korallenableger. Der häufigste Einsatz. Der Ableger wird mit
Korallenkleber auf den Magneten geklebt, ein zweiter Magnet hält von außen. So lassen sich
Rückwände und Ablaufschächte bepflanzen, ohne zu bohren – und die Koralle bleibt
jederzeit umsetzbar. Fachhändler verkaufen bewachsene Magnete als fertiges Set.

Strömungspumpen. Praktisch alle modernen Pumpen werden magnetisch
gehalten. Bei Eigenbauten gilt: Der Magnet muss die Pumpe nicht nur tragen, sondern auch dem
Rückstoß standhalten. Großzügig dimensionieren.

Frag Racks und Ablegerdecks. Lochplatten und Ablagen, die sich zum
Reinigen abnehmen lassen.

Technik und Sensoren. Heizer, Temperaturfühler, Niveausensoren. Hier gilt
der Rat eines erfahrenen Aquarianers: die Zahl der Magnete im Becken auf ein Minimum
reduzieren.

Scheibenreiniger. Der einzige Fall, bei dem der äußere Magnet außerhalb
des Wassers bleibt und nur der innere Kontakt hat.

Süßwasser. Deutlich unkritischer als Meerwasser, weil Chlorid und Brom
fehlen. Die Korrosion läuft langsamer, die Kontrollpflicht bleibt.

Checkliste vor dem Einbau

  • Ummantelung rundum auf Risse, Poren und Beschädigungen prüfen
  • Gussnaht besonders genau ansehen – dort beginnt der Schaden meist
  • Position so wählen, dass der Magnet einsehbar bleibt
  • Vor dem Verkleben mit Testbenzin oder Isopropanol entfetten
  • Bei Verguss: exakt abwiegen, 24 bis 48 Stunden aushärten lassen
  • Verschiebekraft für Ihre Glasstärke rechnen, nicht die Nennhaftkraft
  • Nach Meerwasserkontakt mit Süßwasser abspülen und trocknen
  • Alle paar Monate kontrollieren – im Kalender eintragen

Welcher Magnet für welchen Zweck

Für Aquarienanwendungen kommen nur ummantelte Magnete infrage. Vernickelte, verchromte
und vergoldete Ausführungen gehören nicht ins Wasser – unter jeder dieser Schichten
liegt Kupfer.

Unsere gummierten Magnete tragen eine 0,8 mm starke Pantoprene-Ummantelung. Das ist
deutlich mehr als jede Werksbeschichtung und salzwasserbeständig, aber wie alle Elastomere
nicht gasdicht. Für sichtbare, kontrollierbare Positionen sind sie geeignet; für dauerhaft
unzugängliche Einbauten empfehlen wir zusätzlichen Verguss.

Passende Magnete für den Beckeneinsatz
Pantoprene-Ummantelung 0,8 mm · salzwasserbeständig · kratzfrei auf Glas · RoHS und REACH
Gummierter Magnet 22×11,4 mm – wasserdicht, hält ca. 6,4 kg
Standardgröße für Korallenableger und Pumpen
Gummierter Magnet 22×11,4 mm – wasserdicht, hält ca. 6,4 kg
3,30 € 2,29 € inkl. MwSt.
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Weitere Ausführungen mit Gewinde, Haken oder Öse finden Sie unter
alle gummierten Magnete.

Wir bewerben unsere Magnete bewusst nicht als
„reef-safe“. Diese Aussage lässt sich für keinen elastomerummantelten Neodym-Magneten
belastbar treffen. Wer sie liest, sollte nachfragen, worauf sie sich stützt.

Quellen und weiterführende Diskussionen

Die Praxisfälle in diesem Artikel stammen aus Diskussionen im Meerwasserforum und bei
Nanoriffe, in denen Aquarianer und Anlagenbauer ihre Erfahrungen über Jahre dokumentiert
haben. Wer tiefer einsteigen will, findet dort Bildmaterial zu Schadensfällen und
Detaildiskussionen zu Beschichtungsverfahren.

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