Magnete sind leider
nicht gleich Magnete. Gerade in ihrer
Stärke gibt es Unterschiede wie Tag und Nacht: Manche können schon vom leisesten Lüftchen weggeweht werden, andere müssen mit größter Anstrengung wieder vom Untergrund weggezerrt werden. Woran liegt das? Und wie weiß ich,
welchen Magnet ich fĂĽr welchen Zweck nutzen muss?
Die Herren Gauss und Tesla
Es sind natĂĽrlich
keine kleinen Männer namens Gauss und Tesla in den Magneten, die dafür verantwortlich sind, dass der Magnet weniger oder besser hält. Allerdings haben sich die beiden
Wissenschaftler Johann Carl Friedrich Gauss (1777-1855) und
Nikola Tesla (1856-1943) mit der sogenannten
magnetischen Flussdichte beschäftigt. Diese beschreibt vereinfacht gesagt die gerichtete Kraft einer magnetischen Fläche auf den Haftkörper. Zu Ehren der beiden Forscher wurden die
Messeinheiten nach ihnen benannt. Allerdings ist inzwischen Gauss (G) keine offizielle Einheit mehr,
Tesla (T) ist das
international anerkannte MaĂź. Dennoch benutzt man ab und an auch noch Gauss. Dabei gilt: 1T = 10.000G
Wieso sind Magnete unterschiedlich stark?
Magnete haben eine ganz
unterschiedliche Haftkraft. Generell gilt, dass die
größte Anziehungskraft der Magneten an ihren
Polen zu finden ist. In der Mitte des Magneten hingegen ist das Feld eher schwach.
Welche Faktoren die Stärke noch beeinflussen
- Der Abstand: Am stärksten ist die Kraft eines Magneten direkt an der Oberfläche. Je mehr Raum zwischen Magnet und Objekt gebracht wird, desto schwächer wird die Anziehungskraft.
- Die Oberfläche: Wenn die Oberfläche des Haftkörpers glatt ist, so erhöht sich die Stärke des Magneten enorm. Im Umkehrschluss ist eine raue Oberfläche schlecht für die Kraft.
- Die Richtung: Am stärksten wirkt ein Magnet, wenn er direkt senkrecht zum Haftkörper steht.
- Die Stärke: Das Volumen des Magneten ist wichtig für seine Kraft, genauso wie sein Verhältnis Dicke zu Länge. Das Gleiche gilt für den Haftkörper: Ist er zu dünn, dann ist seine magnetische Sättigung zu schnell erreicht und ein Teil des Magnetfeldes bleibt ungenutzt.
- Das Material: Bestimmte Materialien sind stärker magnetisch als andere – dazu gehören Seltene Erden. Aber auch das Material des Haftkörpers beeinflusst die Anziehungskraft des Magneten auf ihn. Besonders anziehend wirkt ein Haftkörper aus Weicheisen.
Was bedeutet N35, N42 und N45?
Durch die Bezeichnungen der Magnete erfährt man zum einen die
Kraft eines Magneten (die Zahlen) und zum anderen die
maximale Temperatur, bis zu der er eingesetzt werden kann (die Buchstaben).
Am häufigsten begegnet einem die Kombination
N und eine Zahl. Dabei sagt der Buchstabe N aus, dass die
Magnete nur bis 80°C verwendbar ist. Weitere Optionen sind M, H, SH, EH und UH. Sie geben die maximale Einsatztemperatur von 100, 120, 150, 180 oder 200°C an. Eine
Ăśbersicht dazu findet sich hier.
Durch die Zahlen wird die
Magnetenergie pro Volumen angegeben. Der geringste Wert für N-Magneten ist 35, der höchste 52. Allerdings ist der stärkste
Neodym Magnet N52 eigentlich sogar nur bis max. 65°C einsatzfähig. Die Zahlen-Buchstaben-Kombination wird als
MaĂźeinheit fĂĽr die GĂĽte der Magnete genutzt.