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Kauf auf Rechnung · RoHS und REACH
Ihre Zeichnung landet nicht in einem Postfach, sondern bei mir. Ich prüfe sie auf Fertigbarkeit und melde mich in der Regel innerhalb von 24 Stunden – auch dann, wenn etwas so nicht herstellbar ist.
Sie brauchen Magnete, die es nicht von der Stange gibt?
Dann sind Sie hier richtig. Wir liefern Neodym-Magnete nach Zeichnung – von der
Musterfertigung bis zur Jahresserie. Was Sie dafür wissen müssen und wie der Ablauf aussieht,
steht weiter unten. Wenn Sie es eilig haben: Zeichnung an
service@supermagnetic.de, wir melden uns innerhalb von 24 Stunden.
Ihre Fragen, kurz beantwortet
| Fertigen Sie nach Zeichnung? | Ja. Wir prüfen Ihre Zeichnung auf Fertigbarkeit und melden uns, bevor produziert wird – auch wenn geforderte Haftkräfte geometrisch nicht erreichbar sind. |
| Ab welcher Menge? | Muster ab 30 Stück, Serie ab etwa 500 Stück per Luftfracht. Lagerware ohne Mindestmenge. |
| Wie lange dauert es? | Lagerware am selben Werktag. Muster 4 – 6 Wochen. Serie 5 Wochen per Luft, ca. 4 Monate per See. |
| Welche Toleranzen? | Standard ± 0,1 mm, auf Anfrage ± 0,05 mm. |
| Bekomme ich Nachweise? | RoHS, REACH, Werkstoffdatenblätter, Messprotokolle, Erstmusterprüfbericht und Langzeit-Lieferantenerklärung. |
| Und bei wiederkehrendem Bedarf? | Rahmenvertrag mit Lagerhaltung in Deutschland. Sie rufen ab, statt vier Monate im Voraus zu disponieren. |
| Zahlungsbedingungen? | Kauf auf Rechnung für Gewerbekunden. Bei Sonderanfertigungen 50 % bei Auftrag, Rest netto 30 Tage nach Versand. |
Warum Sie die Fertigung kennen sollten
Neodym-Magnete werden nicht gegossen, sondern aus Metallpulver gepresst und gesintert. Daraus
ergeben sich drei Dinge, die für Ihre Konstruktion entscheidend sind: Das Material ist
spröde wie Keramik, es lässt sich nachträglich nicht bearbeiten,
und die Toleranzen entstehen erst beim Schleifen nach dem Sintern.
Die folgenden neun Schritte erklären, warum das so ist.
Woraus ein Neodym-Magnet besteht
| Element | Gewichtsanteil | Funktion |
|---|---|---|
| Neodym (Nd) | 29 – 32 % | Träger der magnetischen Eigenschaften |
| Eisen (Fe) | 64,2 – 68,5 % | Grundmatrix |
| Bor (B) | 1 – 1,2 % | Stabilisiert die Kristallstruktur |
| Aluminium (Al) | 0,2 – 0,4 % | Korrosionsbeständigkeit |
| Niob (Nb) | 0,5 – 1 % | Feinkornbildung |
| Dysprosium (Dy) | 0,8 – 1,2 % | Temperaturbeständigkeit, Koerzitivfeldstärke |
Der Dysprosium-Anteil ist der teuerste Bestandteil und entscheidet über die
Temperaturbeständigkeit. Deshalb kosten Güten mit den Suffixen H, SH oder UH deutlich mehr als
Standardware – sie enthalten mehr Dysprosium.
Die Fertigung in neun Schritten
1. Rohstoffe wiegen und schmelzen
Neodym, Eisen und Bor werden exakt eingewogen und im Vakuuminduktionsofen durch
Hochfrequenzerhitzung aufgeschmolzen. Je nach Güte kommen
Kobalt, Kupfer, Gadolinium oder Dysprosium hinzu. Jeder Hersteller hat eine eigene
Rezeptur – deshalb unterscheiden sich Magnete gleicher Nenngüte zwischen
Lieferanten messbar.
2. Blockguss
Die Schmelze wird abgekühlt und zu Barren vergossen. Das Abkühlprofil beeinflusst die
Korngröße und damit die späteren magnetischen Werte.
3. Grob- und Feinmahlung
Der Barren wird unter Stickstoff- oder Argonatmosphäre durch Hydrogen Decrepitation
versprödet und zu Pulver mit einer Korngröße von drei Mikrometern oder feiner gemahlen.
4. Pressformung im Magnetfeld
Das Pulver wird unter einem äußeren Magnetfeld verdichtet – dadurch richten sich die
Kristalle aus, was die spätere Vorzugsrichtung festlegt.
- Axialpressen: Feld parallel zur Pressrichtung, seltener eingesetzt
- Querpressen: Feld quer zur Pressrichtung, der Standard
- Isostatisches Pressen: Pulver in Gummiform, allseitig unter Flüssigkeitsdruck.
Liefert die besten magnetischen Werte, ist aber aufwendiger
Das Ergebnis heißt Grünling – sehr spröde und magnetisch noch schwach.
Vor der Entnahme erhält er einen Entmagnetisierungsimpuls.
5. Sintern und Aushärtung
Der Grünling wird unter sauerstofffreier Atmosphäre nach exaktem Temperatur-Zeit-Profil
gesintert. Sauerstoff würde das Neodym oxidieren und den Magnetismus zerstören.
Am Ende wird abgeschreckt, um uneinheitliche Phasen zu vermeiden.
Beim Sintern schrumpft das Teil deutlich. Die Form kommt der Endgestalt nahe, die Oberfläche
ist aber ungleichmäßig und noch nicht maßhaltig.
6. Mechanische Bearbeitung
Erst das Schleifen bringt den Magneten auf Maß. Standardtoleranz ± 0,1 mm,
gegen Aufpreis ± 0,05 mm. Engere Toleranzen sind je nach Geometrie technisch nicht immer
erreichbar.
Gesintertes NdFeB ist extrem hart. Bohren zerstört den Bohrer – es
braucht Diamantwerkzeuge oder Drahterodieren. Die Späne müssen flüssigkeitsgekühlt werden, weil
NdFeB-Pulver selbstentzündlich ist. Deshalb lassen sich Neodym-Magnete nicht
nachträglich bearbeiten; die Geometrie muss vor der Fertigung feststehen.
7. Magnetisierung
Zuletzt wird im Magnetisierer aufmagnetisiert – mit einer Feldstärke von mindestens dem
Dreifachen der gewünschten Magnetisierung. Danach folgt die Endkontrolle: magnetische Werte,
Maßhaltigkeit, Sichtprüfung.
Die Magnetisierung bleibt dauerhaft stabil. Sie schwächt nur durch Überhitzung, äußere
Gegenfelder, Strahlung oder Korrosion ab.
8. Oberflächenbehandlung
Der blanke Magnet würde in feuchter Luft binnen Tagen korrodieren. Standard ist
Nickel-Kupfer-Nickel mit 15 bis 35 Mikrometern. Verfügbar sind außerdem Zink,
Gold, Silber, Zinn, Titan, Titannitrid, Parylene C, Chrom, PTFE und Epoxidharz.
Unbeschichtete Magnete sind nur für gekapselte Anwendungen sinnvoll, in denen keine
Feuchtigkeit auftritt.
9. Endprüfung
Zum Abschluss werden magnetische Kennwerte, Maßhaltigkeit und Oberfläche geprüft. Erst dann
werden die Magnete verpackt. Auf Wunsch erhalten Sie das Messprotokoll zur Charge.
Was das für Ihre Beschaffung bedeutet
Geometrie vor Fertigung festlegen
Weil nachträgliche Bearbeitung ausscheidet, muss die Zeichnung vor Produktionsbeginn
stimmen. Wir prüfen eingereichte Zeichnungen auf Fertigbarkeit und melden uns, bevor produziert
wird – einschließlich der Frage, ob die geforderte Haftkraft mit der Geometrie überhaupt
erreichbar ist.
Güte nach Temperatur wählen, nicht nach Zahl
Die Zahl in der Güte steht für die Energiedichte, nicht für die Temperatur. Maßgeblich ist
der Buchstabe:
| Suffix | max. Arbeitstemperatur | typischer Einsatz |
|---|---|---|
| ohne | 80 °C | Innenräume, Möbel, Displays |
| M | 100 °C | Gehäusenähe, Elektronik |
| H | 120 °C | Motoren, Antriebe |
| SH | 150 °C | Spül- und Desinfektionstechnik |
| UH | 180 °C | Industrieöfen, Fahrzeugtechnik |
| EH | 200 °C | Sonderanwendungen |
Das gilt unabhängig von der Zahl: Ein N52 ohne Suffix hält
ebenso nur 80 °C wie ein N35. Wer die Temperatur übersieht, bekommt Teile, die im Betrieb
dauerhaft an Kraft verlieren.
Kennwerte, die in die Spezifikation gehören
- Br (Remanenz) – magnetische Flussdichte, bestimmt die Haftkraft
- BHmax (Energieprodukt) – Leistungsdichte, kennzeichnet die Güte
- HcJ (Koerzitivfeldstärke) – Widerstand gegen Entmagnetisierung.
Der entscheidende Wert, wenn Gegenfelder oder hohe Temperaturen auftreten - Toleranz – Standard ± 0,1 mm, enger auf Anfrage
- Magnetisierungsrichtung – axial, diametral oder mehrpolig
Mengen, Muster, Lieferzeiten
| Weg | Menge | Lieferzeit |
|---|---|---|
| Lagerware ab Deutschland | 1 bis mehrere 10.000 | Versand am selben Werktag |
| Muster einer Sonderanfertigung | ab 30 Stück | ca. 4 – 6 Wochen |
| Serie per Luftfracht | ab ca. 500 Stück | ca. 5 Wochen |
| Serie per Seefracht | ab ca. 5.000 Stück | ca. 4 Monate |
Beides lässt sich kombinieren: eine erste Charge per Luftfracht zum Validieren, der Rest per
See – die Vorabmenge zählt für die Preisstaffel mit.
Rahmenverträge mit Lagerhaltung
Für Kunden mit wiederkehrendem Bedarf halten wir die Teile in Deutschland auf
Lager. Sie disponieren dann nicht mehr vier Monate im Voraus, sondern rufen ab, was Sie
brauchen. Das ist für Serienfertiger meist der wertvollste Teil der Zusammenarbeit.
Nachweise und Dokumentation
RoHS- und REACH-Konformitätserklärungen, Werkstoffdatenblätter mit Br, BHmax und HcJ,
Messprotokolle der Haftkraft, Erstmusterprüfberichte und Langzeit-Lieferantenerklärungen
stellen wir auf Anfrage bereit. Zolltarifnummer für gesintertes NdFeB: 8505 11 10.
Typische Anwendungen unserer Industriekunden
Maschinen- und Anlagenbau – Sensorik, Endlagenschalter, Vorrichtungen,
Halterungen.
Möbel- und Innenausbau – verdeckte Verschlüsse in Serienmöbeln.
Elektrotechnik – Rotoren, Aktoren, Linearantriebe.
Verpackung und Druck – Magnetverschlüsse in Klappschachteln, meist
flache Bauformen ab 1 mm.
Textil- und Sondermaschinenbau – Fadenwächter, Spannvorrichtungen.
Forschung – über 25 Universitäten und Institute beziehen regelmäßig
Kleinmengen für Versuchsaufbauten.
Anfrage stellen
Für ein belastbares Angebot brauchen wir: Geometrie (Zeichnung oder Maße mit
Toleranzen), Güte oder geforderte Kennwerte, Beschichtung,
Magnetisierungsrichtung, Jahresbedarf und Abrufmenge sowie den
gewünschten Liefertermin.
Wenn Sie statt der Güte nur die benötigte Haftkraft kennen: Schreiben Sie uns die Anwendung,
wir schlagen die Geometrie vor. Antwort in der Regel innerhalb von 24 Stunden.
Kauf auf Rechnung für Gewerbekunden, kein Mindestbestellwert. Für Lagerware:
zum Sortiment mit über 380 Größen.